In diesem Schuljahr bot sich für die Abschlussklassen der Verwaltungsfachangestellten eine besondere Gelegenheit: Eine durch Erasmus+ geförderte Gruppenmobilität führte sie direkt in das Herz der europäischen Politik. Gemeinsam mit 12 Schülerinnen und Schülern der BHAK Traun (Österreich) begaben sich die Teilnehmenden aus Passau auf eine viertägige Exkursion nach Brüssel, um internationale Zusammenarbeit nicht nur theoretisch zu büffeln, sondern live zu erleben.
Das Abenteuer begann am 23. März mit einer gemeinsamen Bahnanreise beider Partnereinrichtungen. Nach dem Check-in im Hotel startete das Programm direkt mit zwei architektonischen und wissenschaftlichen Highlights: dem Besuch des weltberühmten Atomiums und des benachbarten Planetariums. Der erste Abend stand ganz im Zeichen des Kennenlernens; beim gemeinsamen Abendessen wurden erste Kontakte zwischen den Passauer und Trauner geknüpft.
Der Vormittag des 24. März war der historischen Einordnung gewidmet. Im Haus der Europäischen Geschichte setzten sich die Teilnehmenden mit den Wurzeln und der Entwicklung unseres Kontinents auseinander. Um ein Gefühl für die moderne Metropole zu bekommen, folgte am Nachmittag eine Stadtführung. Der Tag endete mit einer gemeinsamen Reflexion der Inhalte.
Am 25. März teilten sich die Wege kurzzeitig für spezifische Schwerpunkte: Während die Gruppe aus Passau die beeindruckende Banksy-Dauerausstellung besuchte, erkundeten die Trauner Kollegen die Brüsseler Vertretung der Wirtschaftskammer Österreich.
Ein besonderes Highlight wartete am Nachmittag: Im EU-Parlament schlüpfte die erste Gruppe in einem interaktiven Rollenspiel in die Rolle von EU-Abgeordneten. Hier mussten Kompromisse ausgehandelt und komplexe Gesetzgebungsverfahren simuliert werden – Verwaltungsarbeit auf höchster Ebene. Die jeweils andere Gruppe hatte Zeit, Brüssel auf eigene Faust zu erkunden.
Am 26. März wechselten die Gruppen, sodass jeder die Chance erhielt, das Rollenspiel zu erleben. Außerdem hielt dieser Tag für die Passauer Gruppe einen besonderen Höhepunkt bereit: Auf Initiative der Schülerin Tamara Mittermeier, welche den Kontakt organisiert hatte, erhielt die Gruppe eine exklusive Führung durch das Europäische Parlament. Artur Hess aus dem Büro von Manfred Weber (MdEP) nahm sich die Zeit, die Gruppe durch die Institution zu führen und wertvolle Einblicke in den politischen Alltag und die Arbeit eines Abgeordnetenbüros zu geben. Den krönenden Abschluss des offiziellen Programms bildete der Besuch der Bayerischen Vertretung in Brüssel. Hier erfuhren die Schüler, wie bayerische Interessen auf europäischem Parkett vertreten werden und wie die Schnittstellen zwischen regionaler Verwaltung und Brüsseler Institutionen funktionieren. Ein letztes gemeinsames Abendessen rundete die intensive Woche ab.
Am 27. März trat die Passauer Gruppe die Heimreise an – im Gepäck viele neue Eindrücke, ein tieferes Verständnis für die Europäische Union und neue Freundschaften über die Landesgrenzen hinweg. Die Mobilität hat gezeigt, dass Verwaltung alles andere als trocken ist, wenn man sie dort erlebt, wo die Weichen für die Zukunft Europas gestellt werden.

